In den letzten Wochen wurden verschiedene Aktionen gestartet, um die Blogger untereinander zum kommentieren zu bewegen. Da gab es einmal den 1. Deutschen Blogkommentiertag, wo über 600 Blogger dran teilgenommen haben. (Nachtrag – leider gibt es diese Aktion seit ein paar Jahren nicht mehr)

Aus dieser Aktion entstand eine weitere Idee, die des Blog-Kommentier-Sonntag (#BloKoSo), welcher in einer Facebookgruppe organisiert wird. Dort sammeln sich jetzt die Adressen von Blogs, wo man sich jeden Sonntag ein paar raus picken kann um dort ein paar nette Kommentare zu hinterlassen.

In dem Zusammenhang kam es zu kleineren Diskussionen, wo es um das Kommentarverhalten und einige technische Dinge ging. Meinen Senf dazu habe ich hier mal zusammengefasst. Für Einsteiger gibt es noch einen kurzen Erklärbär über die Kommentarfunktionen und dann gebe ich ein paar Tipps, wie man vernünftig kommentiert und was die Gründe sein können, warum überhaupt keine Kommentare ankommen.

Warum überhaupt kommentieren?

Da dies hier ja ein Blog für Einsteiger ist, erst mal ein paar Worte zum Kommentieren selber. Ein jeder Blog lebt von der Interaktion mit seinen Besuchern. Und das Medium dafür sind die Kommentare im Blog. Hier können Leser Kritik, Anregungen und/oder Lob über einen Beitrag hinterlassen.

Die Freude wird groß sein, wenn auf eurem neuen Blog die ersten Kommentare eingehen. Ihr bekommt somit Feedback für Eure Beiträge, also praktisch den Lohn für die Arbeit, welche ihr da rein gesteckt habt.

Selber Kommentare im Blog ermöglichen!

Wenn ihr euer WordPress neu eingerichtet habt, seid ihr auch schon Start- und Empfangsbereit für tolle Kommentare. Ihr bekommt bei jedem Kommentar eine Mail, mit der Bitte den neuen Beitrag frei zu schalten. Dies solltet ihr dann auch recht zeitnah erledigen. Klar, Schule und Arbeit gehen vor, aber bis zum nächsten Wochenende würde ich mit der Freischaltung nicht warten, das würde nicht unbedingt zu weiteren Kommentaren verführen.

Ihr solltet aber auf jeden Fall testen, ob das mit dem Kommentieren auch funktioniert. Meldet euch dazu bei eurem WordPress ab und besucht die Seite als normaler Besucher. Alternativ könnt ihr auch einen anderen Browser benutzen, in dessen Sitzung ihr nicht im Blog angemeldet seid. Schreibt nun einen Testkommentar unter einen beliebigen Artikel. Schaut nun, ob dieser im WordPress System auftaucht und ob ihr die Mail bekommen habt.

Es gab an dem Kommentiersonntag tatsächlich Blogs, die sich in die Listen eingetragen hatten, wo gar keine Kommentare frei geschaltet waren bzw. diese nicht funktionierten.

Wie kommentiert man?

Am Anfang der Bloggerkarriere freut man sich ja über wirklich jeden Kommentar der rein kommt. Auch ein „Schöner Blog, gefällt mir“ löst da noch Jubelstürme aus. Das vergeht aber recht schnell. Ihr selber solltet auf solche Kommentare verzichten, sie bringen niemandem was!

  • Kommentare mit Qualität schreiben! Wenn ihr einen Beitrag interessant findet und dazu was zu schreiben habt, dann nehmt euch ein klein wenig Zeit und schreibt einen guten Kommentar. Dieser sollte auf den Beitrag eingehen bzw. einen Bezug dazu haben. Ein Kommentarfeld ist kein Kontaktformular, wo man mal eben nach ganz anderen Dingen fragen kann, die nichts mit dem Thema zu tun haben. Schreibt nett und höflich, auch Kritik oder eine differenzierte Meinung kann man mit Anstand rüber bringen.
  • Verzichtet auf Links im Kommentar! Ihr könnt bei den meisten Blogs euren Namen, eure Mailadresse und die URL zu eurer Seite bei dem Kommentar eingeben. Das ist auch genug, ihr müsst in das Kommentarfeld keine Links zu eurer Seite einsetzen. Ebenso wenig gehört es sich, dort Links zu anderen Seiten einzusetzen, die nichts mit dem Beitrag zu tun haben. Ein Link zu einem weiterführenden Artikel zu dem Thema kann man ggf. setzen, wenn dieser a) nicht auf der eigenen Seite liegt, b) einen erheblichen Mehrwert für die Leser des Beitrages bietet und c) kein Werbelink ist. Es gibt Blogs, die solche Kommentare mit Links nicht freischalten oder die Links löschen. Das ist auch das gute Recht des Seitenbetreibers!
  • Nutzt keine Keywords als Usernamen! Immer wieder kommen Kommentare von Usern, die so komische Namen wie „Marken-Uhr-Hersteller“ haben. Eigentlich fällt bei mir dann die Spam-Schranke im Kopf. Erstaunlicherweise ist der Inhalt des Kommentars aber durchaus auf das Thema bezogen und konstruktiv, also zumindest ab und zu. Ich gehe in so einem Fall hin, ändere den Namen, lösche ggf. der Link zu dem Marken-Uhren-Hersteller-Shop und schalte den Kommentar dann doch frei. Habt da keine Hemmungen, das ist euer Blog – ihr habt das Hausrecht.

Hilfe, es kommen keine Kommentare

Wenn bei Dir im Blog keine oder nur sehr wenige Kommentare ankommen, so kann das mehrere Gründe haben.

  • Deinen Blog kennt keine Sau! Gerade am Anfang musst Du viel Geduld haben. Nur ein Bruchteil der Blogbesucher hinterlassen auch einen Kommentar. Und wenn die Anzahl der Besucher gering ist, dann gibt es auch nur sehr wenige Kommentare.
  • Deine Beiträge interessieren Deine Besucher nicht. Wenn das der Grund ist, dann sprichst Du beim Verteilen Deiner Inhalte die falschen Leute an. Schaue mal, wo Du Deine Beiträge verteilst und ob Du damit die richtige Zielgruppe erreichst.
  • Etwas an Deinem Kommentarsystem funktioniert nicht. Teste regelmäßig, wie oben beschrieben, ob das Kommentarsystem auch funktioniert.
  • Dein System verhindert ein freies Kommentieren. Es gibt einige Plugins, mit denen man die Kommentarfunktion aufpeppen oder „optimieren“ kann. Leider bringen diese Erweiterungen häufig irgendwelchen Unsinn in das System hinein, neue, total innovative, superduper Funktionen. So muss plötzlich ein Captcha eingegeben werden, wenn man einen Kommentar absenden will. Das ist jetzt noch nicht so dramatisch, viele Kommentierer sind davon aber genervt und lassen es. Andere Plugins stellen das Kommentieren auf Systeme um, wo man plötzlich angemeldet sein muss, um einen Kommentar zu hinterlassen (Disquss, Facebook-Kommentare, usw.). Ganz klar, so vergrault man seine Kommentierer. Ich würde mich nirgendwo anmelden, nur um einen Kommentar auf einem Blog zu hinterlassen.

Ein weitere guter Tipp ist es, die Leser zum Kommentieren zu motivieren. Stellt am Ende eines Beitrages ein oder zwei Fragen oder fragt nach den Erfahrungen der Leser mit dem Thema.

Wie behandelt man eingehende Kommentare?

Erstmal sollten die Kommentare geprüft werden. Sind sie Spam oder normale Kommentare? Dabei kann einem das Plugin AntiSpam Bee helfen. Richtig eingestellt fischt es gut 99% der Spamkommentare ab und Falscherkennungen sind extremst selten. So ein System macht übrigens eine Captcha-Abfrage völlig überflüssig.

Wenn ihr einen Kommentar frei geschaltet habt, dann reagiert auch da drauf. Ich finde es immer ganz schrecklich, wenn unter einem Beitrag viele Kommentare stehen, der Blogbetreiber aber keine Reaktion darauf zeigt. Man muss nicht auf jeden einzelnen Kommentar eingehen, man kann auch gesammelt in einem Beitrag reagieren.

Was aber unbedingt beantwortet werden muss sind Fragen zu dem Artikel oder dem Thema in einem Kommentar. Da hat sich jemand mit eurem Text auseinander gesetzt, sich Gedanken gemacht und hat nun eine Frage dazu. Es wäre extremst unhöflich, da nicht drauf einzugehen.

Übrigens, wer Kommentare zulässt muss auch mit Kritik umgehen können. Es kann passieren, das Leser eines Beitrages dazu eine komplett andere Meinung haben und dies auch schreiben. Wie man damit umgehen kann und wo die Grenzen sind, wo es dann in Trollerei um schlägt habe ich mal in einem anderen Artikel beschrieben.

Falsche Erwartungen beim Kommentieren

Sehr oft liest man den Spruch „Ich kommentiere bei dem nicht mehr, der kommentiert ja nicht zurück“. Ganz ehrlich und offen? Das geht mir auf die Nüsse! Wenn alle diese Einstellung hätten, dann könnte man die Kommentarfunktion in den Blogs auch ganz abschalten.

Ich selber kommentiere relativ viel in der Gegend rum, wenn ich was zu sagen habe. Dies tue ich aber niemals, mit der Erwartungshaltung von dem entsprechenden Blog nun auch einen Kommentar in meinem Blog zu bekommen. Wenn das passiert, dann ist das schön und freut mich. Passiert das aber nicht, dann ist das halt so und die Welt dreht sich weiter.

Ich selber bekommen auf beiden Blogs relativ viele Kommentare und das regelmäßig. Ich schaue mir dann schon die verlinkten Seiten an. Sollte ich da nun einen Beitrag entdecken, der mich anspricht, dann kann es auch einen Kommentar zurück geben. Es sind aber auch oft genug Blogs dabei, die mich vom Thema nicht interessieren – was soll ich dann da schreiben? Bevor ich da jetzt aus Dankbarkeit einen nichtssagenden Kommentar hinterlasse, schreibe ich lieber gar nichts.

Ein weiteres strunzdoofes Argument gegen Kommentare ist diese „DoFollow – NoFollow“ Debatte bei Kommentarlinks. Was das ist, hatte ich mal in meinen Reiseblog beschrieben. Ganz ehrlich? Wer bei nur kommentieren möchte, wenn es auch einen DoFollow garantiert gibt, der möge doch besser weiter ziehen. Dem geht es doch nicht um den Kommentar als solches, der ist doch nur auf diesen Backlink aus. Im Moment gibt es hier auch DoFollow Links für Kommentierer, wenn es kein Spam oder kein gewerblicher Link ist. Diese werden hier im Blog manuell auf NoFollow gesetzt. Ich schalte ja gerne Werbung hier im Blog, einfach anschreiben und Preisliste anfordern, dann können wir darüber reden. :-)

Unser Fazit

So, das war nun mein Senf zum Thema Kommentieren auf Blogs. Ich denke, wenn man die technischen Voraussetzungen geschaffen hat, gute Inhalte liefert, dann klappt das auch mit den Kommentaren. Und wenn man das Thema dann noch mit einer geringen Erwartungshaltung angeht, dann kann man sich auch positiv überraschen lassen. Und solche Aktionen, wie den Blog-Kommentier-Sonntag finde ich klasse und man sollte solche Dinge auch unterstützen. Ab und zu braucht es halt ein wenig Motivation, und diese kann man über solche Aktionen bekommen.

Wie sind denn eure Erfahrungen mit den Kommentaren in Blogs? Kommentiert ihr selber? Bekommt ihr viele/wenige Kommentare? Wo meint ihr, liegen die Gründe dafür? Schreibt doch einfach einen Kommentart ;-).