Du willst Matomo installieren und weist nicht, wie Du das angehen sollst? Mit dieser Anleitung möchte ich Dir eine Hilfe für die Installation von Matomo an die Hand geben.

Was ist Matomo?

Matomo ist ein Statistik-Tool, mit dem Du die Besucher auf Deinem Blog zählen kannst und noch einige andere Auswertungen erstellen. Das Tool gibt Dir eine gute Übersicht über die besuchten Seiten auf Deinem Blog, die eingesetzten Geräte und Browser und noch viel mehr.

Matomo ist aber, im Vergleich zu Google Analytics, besser in Sachen Datenschutz. Google Analytics nutzt die gesammelten auch für eigene Zwecke, in welchem Umfang weiß keiner so genau. Deswegen haben auch viele Datenschutzbehörden ein Problem mit dem Einsatz von Google Analytics. Es muss unbedingt eine aktive Zustimmung zum Erheben der Daten von den Seitenbesuchern eingeholt werden.

Beim Einsatz von Matomo bleinen die Daten in Deiner Hand. Kein Dritter hat da Zugriff drauf und kann mit den Daten arbeiten.

Installation von Matomo – Schritt-für-Schritt erklärt

Die Installation von Matomo ist nicht komplizierter, wie eine WordPress-Installation. Daher keine Angst davor haben und es einfach mal versuchen.

Download des Installationspaketes von Matomo

Als allererstes lade Dir das Installationspaket von Matomo herunter. Ihr findet das jeweils aktuellste Paket unter folgendem Link:

Lass Dich auf der Seite nicht verunsichern, weil oben im Menü etwas von Pricing steht. Es gibt auch die Möglichkeit, Matomo betreiben zu lassen, das kostet dann Geld. Wenn Du es selber, auf Deinem Server, betreibst ist es kostenlos.

Die heruntergeladene ZIP-Datei kannst Du dann auf Deinem Rechner entpacken.

Vorbereitung bei Deinem Hosting-Provider

Datenbank einrichten

Nun gehst Du in die Verwaltungsoberfläche bei Deinem Hosting-Provider. Dort legst Du eine neue Datenbank an, welche Du für Matomo nutzen wirst. Notiere Dir dann folgende Informationen für die Datenbank:

  • Datenbank Server / Host (Meistens localhost)
  • Datenbank-Name
  • Datenbank-Benutzername
  • Datenbank-Kennwort

Diese Informationen brauchst Du später bei der Installation von Matomo.

Installationsverzeichnis festlegen

Als Nächstes legst Du per ftp ein Verzeichnis an, in welches Dein Matomo installiert werden soll. Das kannst Du mit einem ftp-Programm, wie FileZilla, machen. Bei einigen Providern geht das auch über einen Web-Zugriff auf den ftp-Bereich Deines Servers.

Domain oder Subdomain festlegen

Als letzte Aufgabe musst Du noch eine Domain oder Subdomain für den Aufruf von Matomo festlegen. Diese neue (Sub-)Domain leitest Du dann auf das neu erstellte Installationsverzeichnis.

Plan B: Als Unterseite Deines Blogs

Solltest Du keine (Sub-)Domain einrichten können/wollen, dann kannst Du Matomo auch in das Verzeichnis Deines Blogs installieren. Erstelle dazu in dem Verzeichnis Deiner Blog-Installation einen Ordner für Matomo. Dann kannst Du Matomo später über eine URL Deines Blogs aufrufen, beispielsweise: www.DeineDomain.de/matomo

Schön und elegant ist das aber nicht, daher sollte der Weg über eine eigene (Sub-)Domain bevorzugt werden.

Übertragen der Matomo-Daten per ftp

Nun überträgst Du die entpackten Daten des Installationspaketes per ftp in das neu erstellte Matomo-Verzeichnis.

Matomo Daten per ftp übertragen

So wie auf dem Screenshot sieht das in Filezilla aus. Je nach Geschwindigkeit Deiner Internetverbindung, kann das ein paar Minuten dauern. Es werden fast 10.000 Dateien übertragen, mit rund 45 Megabyte. Das ist auf jeden Fall der ideale Zeitpunkt, einen Kaffee zu trinken, bevor es weiter geht.

Der erste Start von Matomo

Nun gibst Du im Browser die gewählte URL ein. Also entweder die Domain oder Subdomain (matomo.DeineDomain.de) oder die URL als Unterseite Eures Blogs (www.DeineDomain.de/matomo). Wenn Du oben alles richtig gemacht habt, solltest Du nun die Startseite für die Einrichtung von Matomo sehen. Beachte dabei, dass es bei verschiedenen Providern sein kann, dass das Einrichten einer neuen (Sub-) Domain ein wenig dauern kann. Im Zweifelsfall versuch es in einer halben Stunde nochmals, wenn es zu einem Fehler kommt oder angezeigt wird, dass eine Domain nicht erreichbar ist.

Wenn alles funktioniert, solltest Du nun den folgenden Startbildschirm von Matomo sehen können.

Matomo Willkommen

Nun gehen wir Schritt-für-Schritt durch die Einrichtung von Matomo.

Einrichtung von Matomo

Im Willkommen-Bildschirm klickst Du unten auf „Nächste>>“ um zum ersten Schritt der Einrichtung zu kommen.

Systemprüfung

Im zweiten Schritt macht Matomo dann eine Systemprüfung. Dabei wird Dein System gecheckt, ob es für den Einsatz von Matomo überhaupt geeignet ist. Wenn dort alle Haken grün sind, dann könnt ihr weiter machen. Sollten dort einige Haken rot sein, so müssen zuerst die Ursachen für die Fehlermeldungen abgestellt werden.

Für diese Anleitung gehen wir jetzt mal davon aus, dass alles in Ordnung ist. Also wieder auf „Nächste>>“ klicken.

Datenbank einrichten

Matomo Datenbank einrichtenNun brauchst Du die notierten Daten von Deiner Datenbank. Diese Daten trägst Du nun in das Formular ein:

  • Datenbank-Server: Den Servernamen Deiner Datenbank. In den allermeisten Fällen wird das Localhost sein. Einige Provider nutzen aber andere Server für die Datenbank, dann solltest Du den Servernamen bei den Zugangsdaten für Deine Datenbank in den Einstellungen beim Provider finden.
  • Benutzer: Hier kommt der Benutzername für den Zugriff auf die Datenbank rein.
  • Passwort: An dieser Stelle das Kennwort für den Zugriff auf die Datenbank eintragen.
  • Datenbankname: Hier trägst Du den Namen der Datenbank ein.
  • Tabellen-Präfix: Das ist ein kleines Textkürzel, welches den Tabellennamen vorangestellt wird. Wenn man mehrere Installationen in einer Datenbank betreibt, kann man daran erkennen, welche Tabelle zu welcher Installation gehört. Im Grund ist es Wumpe was da steht. Ändere aber den Standardwert „matomo_“ in irgendwas Anderes um.
  • Adapter: Diese Einstellung bleibt in 99% der Fälle auf PDO/MYSQL stehen. Nur wenige Provider arbeiten mit MYSQLI.

Nach der Eingabe der Daten drücke wieder auf „Nächste>>“. Wenn die Verbindung zur Datenbank nicht aufgebaut werden kann, kommt eine Fehlermeldung. Klicke dort auf „Zurück zu Matomo“ und gebe die Daten nochmal neu ein und achte auf Schreibfehler.

Wenn alles richtig eingegeben wurde, geht es zum nächsten Schritt.

Erstelle die Tabellen

Dieser Schritt der Matomo-Installation ist sehr unspektakulär. Das Tool informiert Dich nur darüber, dass alle Tabellen erfolgreich erstellt wurden. Du kannst also schnell auf „Nächste>>“ klicken.

Hauptadministrator einrichten

Matomo Administrator einrichtenNun richtest Du Dir den Administrator-Account für Dein Matomo ein.

Wähle als Erstes einen Benutzernamen. Nenne ihn aber bitte nicht Root, Admin oder nutze Deinen Klarnamen. Ein guter Benutzername, der nicht direkt erkannt wird, ist ein erster Schritt zu einer sicheren Installation. Sei kreativ!

Im zweiten Schritt wählst Du ein sicheres (!!!) Kennwort für Deine Installation aus, welches Du im dritten Schritt nochmals bestätigst. Nein, 1234 ist kein sicheren Kennwort, auch Katze12 nicht. Aber, das weißt Du sicher alles.

Dann musst Du noch eine Mailadresse eingeben, unter der Dich das System erreichen kann.

Die beiden Checkboxen kannst Du nach Deinen Wünschen ankreuzen.

Alles fertig? Prima, dann auf „Nächste>>“ klicken.

Webseite einrichten

Matomo Webseite einrichtenNun richtest Du Deine erste Webseite ein, welche in Matomo statistisch erfasst werden soll.

  • Name der Webseite: Hier kannst Du einfach einen Namen für die Webseite eingeben.
  • URL der Webseite: Gebe hier die exakte URL Deiner Webseite ein. Achte dabei auf http/https und ob die Seite mit oder ohne www eingerichtet ist.
  • Zeitzone der Webseite:  Das erklärt sich irgendwie von selbst, oder?
  • Ecommerce: Verdienst Du Unsummen durch Verkäufe über den Blog? Hast Du einen Online-Shop auf der Webseite? Nein, dann wähle „Dies ist keine Ecommerce Webseite“. Das sollte für die meisten Blogs ausreichen.

Das ist natürlich nur die Einrichtung der ersten Seite in Matomo. Wenn Du mehrere Seiten betreibst, so kannst Du diese später über die Admin-Oberfläche von Matomo jederzeit hinzufügen.

Schon alles eingegeben? Dann wieder munter auf „Nächste>>“ klicken.

Tracking Code

Du bekommst nun den Tracking-Code für Deinen Blog bzw. Deine Webseite angezeigt. Diesen kannst Du Dir an der Stelle per Mail zusenden lassen oder aus der Ansicht heraus kopieren um den auf Deinem Blog einzugeben. Wenn Du das an der Stelle vergisst, kein Problem, Du kannst den Tracking-Code jederzeit über die Admin-Oberfläche wieder abrufen.

Weiter geht es mit einem Klick auf „Nächste>>“

Glückwunsch!

Herzlichen Glückwunsch, damit ist Matomo auf Deinem Server installiert.

Das war doch einfach, oder?

Mit einem Klick auf „Weiter zu Matomo >>“ kommst Du nun zum Anmeldebildschirm Deiner Matomo-Installation.

Weitere Einstellungen in Matomo

Über den letzten Schritt der Einrichtung oder durch Aufrufen der Matomo-URL auf Deinem Server kommst Du zum Anmeldebildschirm. Hier meldest Du Dich mit dem Benutzernamen und dem Kennwort an, welches Du bei der Installation vergeben hast. Wenn Du die Daten nicht notiert hast, dann kannst Du direkt die „Passwort vergessen“-Funktion ausprobieren. Nicht lachen, das passiert mir ständig.

Bei einer Erstinstallation kommt nun vermutlich ein Hinweis, dass noch keine Daten gesammelt wurden. Wie denn auch, wenn Du Matomo noch nicht auf Deinem Blog eingebunden hast.

Ignoriere diesen Hinweis erstmal und klicke oben auf das Zahnrad-Symbol in der Header-Leiste um zu den Einstellungen von Matomo zu kommen.

Matomo Menü Einstellungen

Wähle in den Einstellungen nun auf der linken Seite den Punkt „Privatspäre – Daten anonymisieren“ aus. Kontrolliere dann, ob die Anonymisierung auf 2 bytes steht und ob die „anonymisierte IP Adresse auch für die Aufbereitung der Besuche“ auf Ja steht.

Damit ist ein datenschutzkonformer Einsatz von Matomo wohl gewährleistet, nach aktuellem Stand der Dinge.

Mehr brauchst Du an der Grundkonfiguration nicht zu verändern.

Einbinden des Tracking-Codes auf Deinem Blog

Nun musst Du den Tracking-Code noch auf Deinem Blog einfügen, damit die Besucherdaten an Dein Matomo übertragen werden. Solltest Du den Tracking-Code nicht mehr vorliegen haben, kannst Du ihn in den Einstellungen von Matomo unter „Websites – Tracking-Code“ wieder abrufen.

Zum Einbinden des Tracking-Codes auf Deinem Blog gibt es mehrere Möglichkeiten:

Einbindung in die header.php Deines Themes

Du kannst den Tracking Code einfach in die header.php Deines Themes schreiben. Bedenke aber, dass die Einbindung dann nach einem Update Deines Themes weg sein könnte. Also entweder ein Child-Theme benutzen und die Änderung dort machen oder einen Knoten ins Taschentuch machen, um den Code nach einem Theme-Update zu testen.

Einbindung über Theme-Funktionen

Einige Themes bieten in den Einstellungen ein Feld an, wo man den Tracking-Code einbinden kann. Wenn Dein Theme das unterstützt, dann kannst Du den Code dort einfach eintragen.

Achtung! Es gib Themes, wo beim Einfügen des Codes das einführende aus dem Matomo Code entfernt werden muss. Das steht dann aber bei dem Eingabefenster als Hinweis.

Einbindung über ein Script-Plugin

Es gibt Plugins, mit denen Du Code in den Header oder Footer Deines Blogs einfügen kannst. Ein bekanntes ist beispielsweise das Plugin Header Footer Code Manager. Hier kannst Du den Tracking-Code als Element einfügen lassen. Wenn Du die Wahl hast, nehme übrigens den Footer, dann blockiert das Laden des Matomo-Scriptes nicht den Aufbau Deiner Seite.

Einfügen über das Matomo-Plugin

Es gibt auch ein eigenes Plugin von Matomo für WordPress. Mithilfe dieses Plugins wird Matomo über die API-Schnittstelle von Matomo eingebunden. Du kannst auch noch recht viele Einstellungen vornehmen, welche Du als normaler Blogger meistens gar nicht benötigst.

Einbinden über die functions.php Deines Themes

Du kannst den Tracking-Code auch über die functions.php Deines Themes einfügen. Das sollte aber auch nur beim Einsatz eines Child-Themes gemacht werden, da bei einem Theme-Update die Einbindung sonst verloren geht.

Um den Code zuzufügen, gebe folgendes in die functions.php ein:

function add_matomo_to_head() {
  ?>
    <!-- BEGIN Matomo -->
    <script>
      Hier Deinen Matomo-Tracking Code einfügen
    </script>
    <!-- END Matomo -->
  <?php
}
add_action('wp_head', 'add_matomo_to_head');

Sichere aber bitte vorher Deine functions.php-Datei. Mit einer falschen Eingabe dort kannst Du schlimmstenfalls Deinen ganzen Blog lahmlegen.

Nur eine der Einbindungen nutzen

Entscheide selber, welche Art der Einbindung Du auf Deinem Blog bevorzugst. Funktionieren werden alle Lösungen. Wenn Du aber mit verschiedenen Lösung rum experimentierst, dann denke daran, am Ende nur eine davon einzusetzen. Sonst werden Deine Besucheer in Matomo mehrfach gezählt. Das sieht dann zwar toll aus, bringt Dich aber nicht weiter.

Matomo ohne Cookies nutzen

Motomo kann auch so eingesetzt werden, dass bei Deinem Seitenbesucher keine Cookies gesetzt werden. Damit fallen dann aber einige statistische Werte weg. Alles, was ohne Cookies nicht funktioniert, kannst Du auf der Matomo-Seite nachlesen. So können beispielsweise wiederkehrende Besucher nicht erkannt werden. Wenn Dich das nicht stört und Du diese Werte nicht benötigst, dann geht das ganz einfach.

Füge einfach die folgende Zeile in den Tracking-Code ein:

[...]
_paq.push(['disableCookies']);
[...]

Im gesamten Code sieht es dann so aus:

<!-- Matomo -->
<script type="text/javascript">
  var _paq = window._paq || [];
  /* tracker methods like "setCustomDimension" should be called before "trackPageView" */
  _paq.push(['disableCookies']);
  _paq.push(['trackPageView']);
  _paq.push(['enableLinkTracking']);
  (function() {
    var u="//matomo.DeineDomain.de/";
    _paq.push(['setTrackerUrl', u+'matomo.php']);
    _paq.push(['setSiteId', '1']);
    var d=document, g=d.createElement('script'), s=d.getElementsByTagName('script')[0];
    g.type='text/javascript'; g.async=true; g.defer=true; g.src=u+'matomo.js'; s.parentNode.insertBefore(g,s);
  })();
</script>
<!-- End Matomo Code -->

Vergesse nach der Änderung des Codes nicht, den Cache Deiner Seite zu leeren. Sonst kann es passieren, dass die Änderung erst später bei Deinen Lesern ankommt.

Hast Du noch Fragen? Dann schreibe einfach einen Kommentar unter diesen Beitrag. Und wenn Du Dir die Installation selber nicht zutraust, helfe ich Dir gerne. Schreibe mich einfach über das Kontaktformular hier auf der Seite an.