Ist eine Sidebar auf dem Blog noch zeitgemäß? Für den eigenen Blog solltest Du Vor- und Nachteile der Sidebar abwägen. Einen einzigen, richtigen, ultimativen Weg gibt es nicht.

Sidebar auf dem Blog –  ist die noch zeitgemäß?

Beim stöbern im Netz sieht man immer mehr Blogs, welche komplett auf eine Sidebar verzichten. Früher gehörte eine gut gepflegte Sidebar zu jedem Blog dazu, der etwas auf sich hielt. Und in diese Seitenleiste haben Blogger, mich eingeschlossen, oft sehr viel Zeit investiert.

Es wurde immer wieder getestet, neue Elemente zugefügt, andere verschwanden, die Darstellung wurde optimiert. Mit den Inhalten der Sidebar konnte man sich wirklich stundenlang beschäftigen.

Es gibt auch heute noch viele gute Gründe, welche für eine Sidebar sprechen.

Gründe für eine Sidebar

Eine Sidebar ermöglicht es, dem Leser parallel zu einem Beitrag viele Hinweise zu Inhalten auf dem Blog zu geben. Sehr beliebt sind folgende Inhalte in einer Sidebar:

  • Social Media Links
  • Eine kurze Information über die Seitenbetreiber
  • Übersicht über die Blogkategorien
  • Anzeige der letzten Kommentare
  • Hinweise auf Aktionen oder besondere Beiträge auf dem Blog
  • Natürlich auch Werbebanner
  • Kleine Fotogalerien
  • Das Inhaltsverzeichnis eines Beitrages
  • Kontaktinformationen
  • Newsletter Abos
  • usw. usf.

Ganz besonders die Hinweise auf besondere Beiträge, Seiten und die Kategorien sind zur internen Verlinkung wirklich wertvoll. Dazu ist eine Sidebar schnell eingerichtet, bei vielen Themes sogar Standard und frisst kein Brot. Wenn sie gut codiert ist und die Inhalte sauber eingebunden sind, leidet auch die Ladezeit des Blogs nicht unter einer Seitenleiste.

Das sind doch gute Gründe für eine Sidebar auf dem Blog. Warum verzichten aber zunehmend viele Blogs auf eine Sidebar?

Gründe gegen eine Sidebar

Im Grunde gibt es drei Gründe, die gegen eine Sidebar sprechen.

Darstellung über die gesamte Breite des Bildschirms

Viele Themes bieten inzwischen eine Darstellung, welche die gesamte Breite des Browserfensters nutzt.

Dabei wirkt eine Sidebar dann als Störfaktor, welche die Darstellung zerstört. Viele Themes, welche einen 100%-View erlauben kommen daher ohne Bereich für die Sidebar daher oder bieten die Möglichkeit, die Seitenleiste abzuschalten.

Mobile First – da gibt es keine Seitenleiste

Immer mehr Besucher kommen per Tablet oder Smartphone auf die Blogs. Bei einem responsiven Design wird die Sidebar dann ausgeblendet oder unter den Inhalt verschoben.

Das Resultat daraus ist dann, immer weniger Leser sehen die Sidebar und seine Inhalte.

Bei meinem Reise-Fotografie-Blog liegt der Anteil der mobilen Nutzer inzwischen bei knapp 60%. Also würde ein Großteil meiner Leser die Sidebar gar nicht zu Gesicht bekommen. Beobachtet man sein eigenes Surfverhalten im Netz, merkt man auch schnell warum. Wenn der Artikel zu Ende ist, schaue ich mir vielleicht noch die Kommentare dazu an, weiter scrolle ich nur sehr selten.

Einige Blogs zeigen die Seitenleiste zumindest auf Tablets noch an. Im Hochkant sieht das dann aber oft usselig aus, der Inhalt wird dann viel zu schmal dargestellt.

In der Seitenleiste wird nicht viel geklickt

Auf meinem Reiseblog hatte ich mal einen Test gemacht. Alle Links in der Sidebar haben eine spezielle Variable bekommen. Damit konnte ich dann in (damals noch) Google Analytics schön sehen, wie oft die Links in der Sidebar geklickt werden.

Und das Ergebnis war niederschmetternd.

Die Verweise in der Sidebar wurden so gut wir gar nicht genutzt. Gut, das ist jetzt nur eine Erfahrung und weit entfernt von einer Studie. Für mich war es aber ein Grund, neben der mobilen Darstellung, komplett auf die Sidebar zu verzichten.

Seitenleiste nimmt dem Content Platz weg

Eine Sache, die mich selber immer gestört hat. Die Sidebar hat Platz gefressen, die ich lieber meinen Bildern gegeben hätte.

So eine Sidebar ist meist zwischen 200 und 350 Pixel breit. Der Platz fehlt dem eigentlichen Inhalt dann. So konnte ich ich, bei älteren Themes, meine Fotos oft nur mit 750-800 Pixel Breite zeigen. Das war mir aber eigentlich zu wenig. Jetzt ohne Sidebars habe ich 1000 Pixel (und mehr) zur Verfügung. Gerade bei fotolastigen Blogs ist das eine feine Sache.

Wo suchen denn die Leser nach Inhalten?

Wenn nun keine Sidebar mehr vorhanden ist, wo suchen dann die Leser nach weiterführenden Links im Blog.

Ich denke, da hat sich das Verhalten der Leserinnen und Leser in den letzten Jahren ein wenig gewandelt. War früher die Sidebar immer der erste Anlaufpunkt, um weiter auf dem Blog zu stöbern, hat sich das durch das mobile surfen verändert.

Auch hier beobachte ich gerne mein eigenes Verhalten im Netz. Wenn ich Links zu Social Media suche, dann schaue ich in den Header oder den Footer einer Seite.

Suche ich ähnliche Beiträge zu einem gelesenen, dann suche ich die direkt unter einem Blogbeitrag.

Auf der Suche nach weiteren Themenbereichen nutze ich das (Hamburger-)Menü.

Neue Beiträge eines Blogs suche ich auf der Startseite.

Ganz ehrlich, hat ein von mir besuchter Blog keine Sidebar, vermisse ich nichts, wenn die gesuchten Elemente an anderer Stelle zu finden sind.

Gemischte Nutzung der Sidebar

Inzwischen sieht man auch öfters eine gemischte Nutzung der Sidebar.

Auf der Startseite, in Archiven, auf der Suchseite, auf Landing- oder Themenseiten wird diese ausgeblendet. Bei Blogbeiträgen taucht dann eine Sidebar auf.

Das ist durchaus ein legitimier Weg, wenn man nicht komplett auf eine Sidebar verzichten will, diese aber auf besonderen Seiten stören würde.

Footer nutzen als Alternative

Wer nun gar nicht auf gewisse Informationen in Widget-Form verzichten möchte, dem steht der Footer zur Verfügung.

Diesen nutze ich auch gerne um Links zu neuen Beiträgen anzuzeigen, Kontaktinformationen, Social Media Links oder um mal auf besondere Aktionen hinzuweisen.

Wie bekomme ich die Sidebar weg?

Solltest Du die Sidebar von Deinem Blog entfernen wollen, dann gibt es dazu folgende Möglichkeiten:

  • Bei Premium Themes – und bei wenigen freien Themes – gibt es in den Einstellungen eine Möglichkeit, die Sidebar abzuschalten.
  • Einige Themes deaktivieren die Darstellung automatisch, wenn keine Widgets für die Sidebar eingerichtet sind.
  • Beim Rest muss man oft von Hand an die Darstellung und die Anzeige der Sidebar per CSS unterdrücken. Dabei muss dann aber meist noch die restliche Darstellung angepasst werden, damit am Rand kein leerer Streifen stehen bleibt.

Sidebar – Ja oder Nein?

Was nun tun? Sidebar auf dem Blog, Ja oder Nein?

Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen. Wäge einfach Vor- und Nachteile für Dich ab. Eine einzige, richtige, ultimative Antwort gibt es zu der Frage nicht.

Fühlt sich Dein Blog nur mit Sidebar richtig und fertig an – dann nutze die Seitenleiste. Hältst Du diese für entbehrlich, dann mache sie weg.

Ich selber habe die Seitenleiste auf allen meinen Seiten entfernt. Für das Titelbild dieses Beitrages habe ich mal kurz eine erstellt und eingeblendet. Ich hatte dann überlegt, ob ich die nicht bei den Blogbeiträgen anzeigen soll. Aber je öfter ich darauf schaute, desto weniger gefiel mir die Sidebar. Und ich war früher wirklich ein Verfechter der Sidebar.

Jetzt interessiert mich Deine Meinung zum Thema Sidebars auf dem Blog? Findest Du die wichtig oder kannst Du darauf verzichten? Schreibe einfach einen Kommentar hier unter dem Beitrag.