Beim stöbern im Netz sieht man oft Dinge, die man am liebsten direkt wieder vergessen möchte. Das geht los bei augenkrebs-erregenden Farbkombinationen, über akkustische Schocks bis hin zu Flicker-und-Flacker-Effekte-

In den letzten Wochen habe ich ein paar Recherchen durchgeführt. Dabei habe ich viele tolle Blogs gesehen, die mir richtig gut gefallen haben. Das Thema war nicht immer meines, doch die Gestaltung und das Design machten einen tollen Eindruck. Was war, ganz klar, die große Masse der besuchten Seiten.

Leider gab es aber auch einige Blogs, die einen förmlich in die Flucht getrieben haben. Hier mal ein paar Todsünden beim Bloggen, die Du auf Deinem Blog nicht machen solltest, es sei denn, Du willst keine Besucher!

Musik abspielen…

Da surft man so durch die Blogs und hört dabei per Kopfhörer dabei ein wenig Musik. Plötzlich wird diese durch Schlagermusik übertönt, wirklich Schlager! Einer der besuchten Blogs düddelte diese nach dem Laden der Seite ungefragt in meine Kopfhörer.

Das geht gar nicht. Vor allem dachte ich, diese Mode sei vorbei und auch der letzte Blogbetreiber hätte begriffen, das niemand ungefragt irgendwelche Musik, Geräusche oder gar Schlager hören möchte.

Verzichtet auf alle ungefragte akustischen Effekte auf euren Seiten und Blogs. Die will Niemand und vor allem braucht die Niemand.

Flicker, Flacker und Herzchen als Mauszeiger…

Animierte Bildchen sind irgendwie seit 1999 vollkommen out. Wie so oft kann man sich täuschen, es gibt sie noch. Ob diese Flicker-Flackerbildchen auch irgendeiner wirklich sehen will, das lassen wir mal dahin gestellt.

Das Gleiche gilt übrigens auch für Mauszeiger, die sich beim Besuch einer Webseite in ein Herzchen oder eine kleine, süße Katze verwandeln – am besten noch animiert. Ich meine, wer will so was?

Neu im kommen sind allerdings animierte GIF-Grafiken. Die kennt man ja aus den Social-Medias. Auf Blogs finde ich die komplett überflüssig, aber jeder soll ja machen was er will.

Farben über Farben…

Die meisten besuchten Blogs hatten ein ansprechendes Design. Mal mehr, mal weniger dezent – je nach Thema auch mal etwas kräftiger. Das ist so weit auch alles in Ordnung.

Aber, blauer Hintergrund mit grüner Schrift, schwarzer Hintergrund mit blauer Schrift, knall gelbe Widget Hintergründe gepaart mit weißer Schrift, rosa Schrift auf weißem Hintergrund – all das regt den Fluchtinstinkt unmittelbar an. Da schaut man dann auch nicht mehr auf die Beiträge – da können diese noch so toll geschrieben sein.

Farben können selbstverständlich eingesetzt werden, auch bei Texten, aber bitte in begrenzter Anzahl. Achte dabei auf ausreichenden Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund. Weiße Schrift auf hellgrauem Hintergrund lässt sich einfach nicht gut lesen.

Kleine Bilder, riesige Bilder, nicht passende Bilder…

Bilder können einen Blog ungemein aufwerten, wenn sie richtig eingesetzt werden.

Ein knalliges Hintergrundbild, welches noch horizontal aneinander gestückelt wird weil es zu schmal ist, schreckt allerdings eher ab. Auch zentrierte 120 Pixel breite Bilder in den Artikeln sind nicht der Renner, vor allem nicht auf Fotoblogs *seufz*. Genau so will keiner warten, bis das 5 Megabyte große Bild auf der Seite endlich geladen ist.

Bilder sollten eine vernünftige Größe haben, die sich ins Design der Seite einfügt. Daneben sollten sie ein kleines Datenvolumen haben. 3 Megabyte große Bilder sind nicht notwendig. Die gleiche Qualität bekommt man auch auf 200 Kilobyte komprimiert, ohne dass das Bild darunter leidet. Die Bilder sollten auch den Inhaltsbereich nicht verlassen und z.B. in den Widget Bereich hinein ragen. Das sieht einfach nicht schön aus.

Durchgehende Texte über Seiten, lange Seiten, sehr lange Seiten…

Texte mit 11850 Wörtern, die am Stück runter geschrieben sind, ohne Absätze und Zwischenüberschriften sind fürchterlich zu lesen.

Gliedere die Texte in einzelne Absätze, füge Zwischenüberschriften ein, nutzt die Listenfunktionen für Aufzählungen. Nicht nur der Leser der Seite wird Dir danken, auch Google bewertet eine sauber gegliederte Seite deutlich besser.

Zu der Beitragsgestaltung gehört auch die Schriftart und die Schriftgröße. Blogs, wo der Text in 8 Pixeln Größe geschrieben ist, laden nicht unbedingt zum Verweilen ein. Auch Schreibschriftarten sind nicht unbedingt ein Renner zum Lesen des Blogs. Und Comic Sans als Schriftart sollte verboten werden!!elf!1!

Rechtschreibung wird völlig überbewertet….

Ich bin ganz bestimmt kein Blogger, der die deutsche Rechtschreibung perfekt beherrscht. Schreibfehler, Tippfehler mit vertauschten Buchstaben und das ein oder andere Komma sollte vielleicht besser an anderer Stelle stehen – dabei bin ich Experte. (Und sehr dankbar, wenn man mich darauf hinweist.)

Wenn ich aber den ersten Satz eines Blogs 3x lesen muss, um hinter den Sinn des Textes zu kommen, dann gehe ich wieder. Auf den Rest habe ich keine Lust mehr.

Groß- und Kleinschreibung, eine korrekte Rechtschreibung und das sinnvolle Einsetzen von Satzzeichen sollten auf einem Blog selbstverständlich sein. Wenn man selber da unsicher ist, dann kann man wundervolle Hilfen nutzen. Und wenn es nur die Rechtschreibprüfung des Browsers ist.

PopUps nerven….

Im Moment scheint es Mode zu sein, direkt beim Seitenaufruf um ein Follow Me bei Facebook, Twitter oder einem anderen Social Media zu betteln.

Liebe Mitblogger… ich bin immer schnell dabei, ein Like oder sonst was zu geben, wenn mir eine Seite gefällt. Um dies zu beurteilen, möchte ich den entsprechenden Blog aber erst mal sehen können. Und das wird mir durch Bettel-PopUps vermiest. Bei einzelnen Seiten hat mich das bisher gar nicht so gestört. Wenn man aber mal eine Reihe von Blogs nacheinander besucht und bei jedem zweiten von einem PopUp belästigt wird, dann nervt es irgendwann.

Das Gleiche gilt übrigens für Werbebanner oder PopUps, welche sich über den Seiteninhalt legen und diesen verdecken.

Platziert doch lieber die Follow-Möglichkeiten in den Header, in den Footer oder in ein Widget, wo man ihn leicht findet, wenn man dem Blog folgen möchte.

Impressum und Datenschutz – besser ist das!

Die meisten besuchten Blogs hatten ein Impressum, das ist schon mal prima. Nur standen recht oft nicht die benötigten Daten in diesen Impressen. Nun, dann kann man es auch lassen, denn keine Daten reinzuschreiben ist genauso so dusselig, wir gar kein Impressum zu haben.

Und es scheint sich hartnäckig das Gerücht zu halten, dass für eine private Seite kein Impressum benötigt wird. Oft steht dann im Impressum, „Das ist eine rein private Seite, ohne Werbung, für Freunde und Bekannte…“ Ja? Und warum findet man dann eine „Über mich“-Seite? Freunden und Bekannten muss man sich vorstellen? Merkt ihr selber, oder? Und ich war ja auch auf der Seite, ich kenne Dich nicht, wir sind nicht verwandt oder befreundet. Na? Klickert es?

Jede Seite im Web ist öffentlich. Schreibst Du Reiseberichte, veröffentlichst Du Rezepte oder schreibst sonst was aus Deinem Leben, dann sind es redaktionelle Beiträge. Also musst Du ein richtiges Impressum mit allen benötigten Daten haben.

Die Datenschutzerklärung gehört, ebenso wie das Impressum, auf eine eigene Seite im Blog. Und seit der DSGVO erst recht.

Natürlich kannst Du Deine hinter einer Anmeldung, mit Username und Kennwort verstecken. Dann könntest Du ohne Impressum und ohne Datenschutzerklärung auskommen, für Deine Inhalte im geschützten Bereich. Aber für die Anmeldeseite brauchst Du diese Angaben trotzdem, denn die ist dann wieder öffentlich erreichbar.

Auch die Tatsache, die oft hervorgehoben wird, dass kein Geld mit dem Blog verdient wird, hat keine Auswirkung auf die Impressumspflicht. Das ist zwar schön, befreit Dich auch von steuerrechtlichen Dingen, aber nicht vom Impressum.

Fazit

Das waren die schlimmsten Dinge, die mir bei meinem Streifzug durch die Bloggerszene aufgefallen sind. Das waren allerdings die großen Ausnahmen, die meisten der besuchten Blogs waren wirklich schön und liebevoll gemacht.

Ich habe die Texte bewusst ein wenig derbe geschrieben um wirklich deutlich zu machen, dass manche Dinge einfach nerven. Dies tun sie nicht nur mich, das wäre dann ja noch egal, sondern viele Besucher Deines Blogs, die dann auch nicht mehr wieder kommen werden. Somit schadet sich jeder Blogbetreiber selber, wenn er die oben genannten Dinge nicht vernünftig löst.

Ich verzichte bewusst auf das Verlinken oder auf Screenshots der betroffenen Blogs. Denn auch das würde sich nicht gehören, ich fände es sogar unverschämt das zu machen. So ein Anprangern ist auch in der Bloggerszene nicht üblich und das ist gut so. Wenn ihr einen Blog kritisieren wollt, dann macht das per Mail oder Kontaktformular auf der Seite. Die Kommentare wären dabei nicht der richtige Weg, wenn man nicht  nur auf eine Fehlermeldung hinweisen will.

Gibt es Dinge, die euch auf anderen Blogs stören, dann raus damit in den Kommentaren.